Der Roboter als Arbeitskollege, Projektarbeit statt feste Beschäftigung, flexible Arbeit von überall auf der Welt – das sind einige der Visionen der Telekom Studie: „Arbeit 4.0: Megatrends digitaler Arbeit, in der sich 60 Experten zum Thema Digitalisierung und Megatrends der Zukunft äußern.

Produktionsformen werden sich radikal ändern – Automatisierung der Arbeit ist endlich

Wir sind bereits mitten in einem Prozess der zunehmenden Automatisierung, Digitalisierung und Vernetzung. „Smart Factorys“ sind die Fabriken der Zukunft, in denen cyber-physische Systeme für uns arbeiten: hoch komplexe, vernetzte, weitgehend verselbständigte Systeme aus elektronischen und mechanischen Komponenten. Wenn es nach der Telekom-Studie geht, dann werden wir uns auf Maschinen als neue Arbeitskollegen und Kooperationspartner einstellen müssen. Routinearbeiten werden demnach nach und nach von Maschinen übernommen werden, die weitgehend selbständig arbeiten.  Die gute Nachricht: Automatisierung von Arbeit ist endlich.  Nach Ansicht der Experten verbleiben uns Menschen die kreativen Tätigkeiten. Fähigkeiten wie unternehmerisches Handeln, Kreativität und die Beherrschung der Maschinen seien zunächst nicht maschinell substituierbar. Auch personenbezogene Dienstleistungen, die auf Empathie und persönlichem menschlichen Kontakt beruhen, sind nicht durch Maschinen ersetzbar.

Fluide Organisationen und Vernetzung

Arbeitsstrukturen werden immer „fluider“. Es entstehen Arbeitsplätze, die nicht mehr fest in eine Organisation eingebettet sind. Stattdessen wird Projektarbeit vorherrschen – immerhin können hochqualifizierte Fachkräfte durch moderne Kommunikationstechnologien heute weltweit miteinander kommunizieren und kooperieren. Bei Unternehmen zeigt sich die Tendenz, keine fest angestellte Workforce mehr zu nutzen, sondern Crowd- oder Clickworker für Projekte zu beauftragen. Auch die Unternehmensgrenzen lösen sich immer mehr auf. Mit „Open Innovation“ wird die Zusammenarbeit mit Kunden und mit der Crowd zum Teil der Wertschöpfung.
Die neuen Kommunikationstechnologien und die fortschreitende Digitalisierung bedeuten, dass Arbeit immer individueller gestaltet werden kann. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert sich. Selbstmanagement wird eine Kernkompetenz, da kein strenger Chef mehr über die Einhaltung von Arbeitsstunden wacht.

Die Vision: Digitalisierung fördert Inklusion

Durch Flexibilisierung der Arbeitszeiten werden auch soziale Gruppen in den Arbeitsmarkt integriert, die für das klassische Normalarbeitsverhältnis nicht zur Verfügung stehen. Um flexible Teams auf Distanz zu führen, wird Motivation wichtiger als Kontrolle. Die flexible und bedarfsgerechte Vergabe von Aufträgen beendet feste Beziehungen zwischen Arbeitskraft und Unternehmen. Arbeitnehmer suchen aktiv nach Aufträgen. Unternehmen haben es schwerer systematisch Personal zu entwickeln.

Die Rekrutierung der Zukunft wird digital

Arbeitskräfte werden zu individuellen Datenpaketen, ihre Kompetenzen und Erfahrungen quantifiziert. Dies erleichtert zwar die passgenaue Vergabe von Aufträgen, verhindert aber möglicherweise eine kulturelle Passung. Diese Baustelle gilt es zu lösen: Denn gerade fluide Organisation bedürfen einer harmonischen und menschenorientierten Zusammenarbeit.

Ein weiterer interessanter Beitrag zum Thema Arbeitswelt 4.0 findet sich im DLF:
www.dlf.de

 

Fotos: fotohansel – Fotolia.com & matchgarden